BécsLátó / Was einem Wiener alles lieb ist:

H. C. Artmann
Was einem Wiener alles lieb ist:

(DERÉKY PÁL átirata)


eine verschimmelte Fußprothese
ein Finger der dem Metzger in den Fleischwolf geraten ist
drei Wachleute [Polizisten] und eine Trafik [Tabak- und
Zeitschriftenladen]
ein Gürtelkaffee [Aussenringkaffeehaus] mit Tischpost
ein nasser Furz
ein Erdäpfelsalat [Kartoffelsalat]
der Rudolf Karl in Gatehose [lange Unterhose]
die Straßenbahnillustrierte
eine Schachtel Dreier [Billigzigaretten] in einem Pissoir
eine Krawatte um sich aufzuhängen
ein zerquetschter Motorroller an einem Autokühler
die Mutzenbacher [-Memoiren] mit einem Nasenrammel als
Lesezeichen
ein Schrebergarten in Ottakring
ein falsches Gebiss im Ausguss am Hausflur
ein zerbrochenes Nachtgeschirr [Nachttopf]
eine abgeschälte Burenwurst
die Donau um die Füße darin baden zu können
ein Gashahn zum aufdrehen [Selbstmord zu begehen]
ein Päderast Wasserleichen Foxterriers
Halbwüchsige Bierrettischschäler Kinokarten
eine Kranzwurst zum Umhängen
die Frau Nowak
der Schwager des Herrn Leitner
der Notenständer Mozarts
Quargeln [Handkäse] in Essig und Öl
das Gänsehäufel [städt. Freibad an einem Altarm der Donau]
eine Schlittenfahrt mit Toten
das Erbrochene vor einer Stehweinhalle
und im Hintergrund auf jeden Fall


der liebe alte Stephansdom!








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H. C. Artmann




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